Stumme Sünde

Im alten Dorf macht Angst die Runde,
ist auf der Jagd die stumme Sünde,
wen sie in ihre Finger kriegt,
des‘ Geist und dessen Seele bricht.
 
Die Fensterläden fest verschlossen,
all‘ Türen zu, die Glut erloschen,
Versuchung sucht ein neues Heim,
der Glaube bricht langsam entzwei.
 
Ein Antidot ist nicht zu finden,
ganz machtlos Jungfrau’n und die Dirnen,
auf Befehl und auf Geheiß,
bezahlt der Frevler Lebenspreis.
 
Die Strafe soll den Körper läutern,
so ward das Wort zum Tod gedeutet,
kein Wasser da die Schuld zu taufen,
der Sünder soll im Pfuhl ersaufen.
 
Nach jedem Regen tut man kund,
am Himmel scheint der Gottesbund,
so kann der Mensch sich nicht verlaufen,
als Mann und Frau zum Altar laufen.