Bergmann

Die Sonne hoch am Himmel steht,
das Schicksal unter Tage geht,
mit Manneskraft und spitzen Hacken,
Silber suchen, Gold erjagen.

Das Dunkel schmilzt die trüben Stunden,
das Fleisch vom Geiste überwunden,
die Lore voll bis an den Rand,
die Kumpel eint ein Freudeband.

Hämmert Stahl auf das Gestein,
wird das Blut durch Schmerzen rein,
tief im Stollen brennt kein Licht,
das Leben hier zu Staub zerbricht.

Und ist der Wille längst erloschen,
das Leid in Tränen festgegossen,
verspricht ein Engelschor Geleit:
Gott die Seele, dem Schacht den Leib.

Mit letzter Kraft, der Weg nach oben,
den Erdenschatz emporgehoben,
gesühnt Verfehlung jeder Art,
die Strafe wichtig, jedoch hart.

Der Meister prüft, die Hoffnung ruft,
verströmt jedoch Enttäuschungsduft,
hämisches Lächeln, alter Schunder,
der Teufel schickt uns wieder runter.